
Führungskräftecoaching: Führen muss gelernt sein
Führungskräftecoaching kann an ganz unterschiedlichen Orten beginnen – manchmal sogar auf der Koppel. Pferde sind seit vielen Jahren treue Begleiter des Menschen und erfreuen sich großer Beliebtheit. Doch Pferde können mehr: Sie sind äußerst ehrliche Feedbackgeber. In der Arbeit mit Pferden – etwa nach dem Ansatz des "Natural Horsemanship" – zeigt sich das besonders deutlich: Um ein Pferd führen zu können, muss man ihm zeigen, dass man Orientierung gibt. Nicht durch Zwang oder Gewalt, sondern durch kleine, klare Signale, die bei Bedarf gezielt gesteigert werden können – eine aufrechte Haltung, ein energievolles Auftreten, eine ruhige, aber bestimmte Präsenz. Erst wenn diese feinen Signale nicht ausreichen, wird nachgeschärft, nie aber mit Härte, sondern mit noch mehr Klarheit.
Was dabei schnell klar wird: Pferde sind extrem feinfühlige Tiere. Sie reagieren auf kleinste Veränderungen im Verhalten des Menschen. Unsicherheit oder Unkonzentriertheit lässt sich vor ihnen nicht verbergen, auch nicht durch lautes Auftreten oder hektische Bewegungen. Genau das macht das Pferd zu einem ehrlichen und direkten Spiegel des eigenen Verhaltens – schonungslos ehrlich, aber ohne jede Bewertung. Und genau deshalb wird dieses Bild in der Führungskräfteentwicklung gerne herangezogen, wenn es um das Thema Führungskräftecoaching geht: Es zeigt in wenigen Minuten, was Feedbackgespräche im Berufsalltag oft erst nach Wochen sichtbar machen.
Was die Arbeit mit Pferden über Führung verrät
Die Reaktion des Pferdes schärft die Selbstwahrnehmung – und genau darin liegt die Parallele zur echten Führungsarbeit mit Menschen. Auch Mitarbeitende reagieren sehr genau auf das Verhalten ihrer Führungskraft: auf Klarheit ebenso wie auf Unsicherheit, auf Konsequenz ebenso wie auf Beliebigkeit. Aus der Arbeit mit Pferden lassen sich dabei einige zentrale Erkenntnisse ableiten, die sich auch auf den Führungsalltag mit Menschen übertragen lassen:
- Grenzen setzen
- Wirkung von Druck
- Erreichbare Ziele setzen
- Vertrauen aufbauen
- Loben
Diese fünf Punkte klingen einfach, sind im echten Führungsalltag aber oft die größte Herausforderung. Denn während sich das Verhalten eines Pferdes von außen recht objektiv beobachten lässt, fällt die Selbstbeobachtung im eigenen Führungsverhalten deutlich schwerer – man steckt schließlich mittendrin.
Warum Selbstkenntnis der erste Schritt zu guter Führung ist
Es geht letztlich nicht um das Tier, sondern um einen selbst. Selbstkenntnis ist bekanntlich eine der wichtigsten Voraussetzungen für Menschenkenntnis. Wer nicht weiß, wie er auf andere wirkt, wo er Grenzen setzt oder eben nicht, und wie er mit Druck umgeht, wird es schwer haben, ein Team souverän zu führen.
Genau an diesem Punkt setzt professionelles Führungskräftecoaching an: Es schafft den Raum, das eigene Führungsverhalten von außen zu betrachten – ähnlich ehrlich, wie es die Arbeit mit einem Pferd tun würde, nur eben im beruflichen Kontext mit Menschen. Im Mittelpunkt stehen dabei Themen wie anspruchsvolle Mitarbeitergespräche, Konflikte im Team, der Umgang mit Druck und Stress sowie die eigene Wirkung und Klarheit als Führungskraft.
Führungsverhalten lässt sich trainieren
Bei diesem Reflexionsprozess muss niemand reiten können oder besonders viel mit Pferden anfangen können – es geht um einen selbst. Grenzen setzen, den richtigen Umgang mit Druck finden, erreichbare Ziele definieren, Vertrauen aufbauen und ehrlich loben: Diese Grundpfeiler tauchen in nahezu jedem Führungsalltag auf, unabhängig davon, ob man sie zuerst im Umgang mit einem Pferd oder direkt im Team erlebt.
Führungsverhalten in und mit der Natur zu trainieren, ist ein bewährter Ansatz – vor allem aber ist es ein Ansatz, der zeigt, dass gute Führung erlernbar ist. Wer diese Prinzipien bewusst reflektiert, gewinnt an Klarheit über sich selbst und die eigene Wirkung auf andere.
Buchtipp: Wer tiefer in das Thema Führung einsteigen möchte, findet in Fredmund Maliks "Führen Leisten Leben" einen echten Klassiker. Das Buch gilt seit Jahren als Standardwerk und bringt auf den Punkt, was gute Führung im Kern ausmacht – klar, praxisnah und ohne Umwege. Eine gute Ergänzung, um die eigenen Erkenntnisse aus dem Coaching dauerhaft im Führungsalltag zu verankern.
Kontaktiere mich gerne hier, wenn ich etwas für dich, dein Team oder dein Unternehmen tun kann.








