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"Ich bin kurz weg"- Warum Pausen im Arbeitsalltag nach vorne bringen

"Ich bin kurz weg"- Warum Pausen im Arbeitsalltag nach vorne bringen

Juhu Urlaub!

Der Urlaub ist für viele DAS Highlight des Jahres: Endlich Ruhe, endlich eine Pause vom Job….herrlich! Herrlich? Einerseits sollte der Urlaub nicht das Highlight unseres Jahres sein, sondern uns der Job Spaß machen. Sollte es nicht so sein, wäre die erste Frage, ob wir im richtigen Job sind. Aber unabhängig davon muss heute jeder Leistung bringen.

Wann haben Sie das letzte Mal eine Pause während eines Arbeitstages eingelegt? Einfach mal so? Viele Mitarbeiter gönnen sich im stressigen Arbeitsalltag Pausen gar nicht oder nur selten. Dabei kann eine spontane Arbeitsunterbrechung, seien es ein paar Schritte im Freien oder ein interessantes Gespräch mit einem Freund, unsere Energie beflügeln und unsere Produktivität steigern. Schließlich bezahlt ein Chef seine Mitarbeiter nicht dafür, dass sie ihre Arbeitszeit „absitzen“, sondern dass sie Leistung und Ergebnis bringen und dafür brauchen wir alle viel Energie.

Warum kleine Pausen im Arbeitsalltag häufig unterschätzt werden und wie Sie Ihren Erfolg durch kurze aber bewusste "Auszeiten" steigern können, erklärt uns Buchautor, Coach und Wirtschaftstrainer Gabriel Schandl.

1) Stress und Leistungsdruck bestimmen den modernen Arbeitsalltag. Viele Mitarbeiter tun sich schwer da mal eine Pause einzulegen, oder?

Umso wichtiger sind sie, die Pausen. Es gilt das Prinzip der Polaritäten zu beachten: So wie es Tag und Nacht gibt, Sonne und Regen, Winter und Sommer, so braucht auch der Mensch Ruhezeiten zum Erholen, wenn er Leistung bringen will. Diese Ruhezeiten können aber nicht nur im Urlaub stattfinden, das wäre zu wenig. Einerseits haben wir unsere Nächte und unseren Schlaf, wo wir uns erholen können und auch sollen. Andererseits brauchen wir täglich kleine Zeitfenster, in dem wir uns mal was gönnen, oder einfach durchatmen, aufstehen, rausgehen. Es kann auch sein, dass ich ein, zwei Telefonate draussen im Gehen führe, anstatt drinnen am Schreibtisch. Und schon ist wieder etwas Sonne getankt - vorausgesetzt sie scheint - und Probleme lassen sich im Gehen auch leichter bewältigen als sitzend am Bürotisch.

2) Von einer klassischen Mittagspause können viele im stressigen Alltag nur träumen. Aus Ihrer Sicht ein Fehler? Und warum sind Pausen während der Arbeit aus Ihrer Sicht so wichtig?

Langfristig schon. Es muss ja keine 2-Stunden-Auszeit sein und natürlich gibt es Zeiten, da spart man sich das ein, das kenne und habe ich auch. Aber wenn möglich, tut uns auch hier eine kurze Pause gut, zum Auftanken, Essen, trinken. Manche gehen sogar kurz über Mittags ins Fitness-Center, das finde ich großartig, ist aber natürlich kein Muss. Ein Mitarbeiter hat auch Recht auf Pausen. Wir wissen aus Forschungen, dass nach ca. 50 Minuten die Aufmerksamkeit sinkt. Deswegen gibt es in der Schule die kurzen und langen Pausen, genau nach dieser Zeit. Da genügen manchmal schon ein paar Minuten, in dem ich mir frisches Wasser an den Tisch hole, da bin ich auch wieder in Bewegung. Führende Zeitschriften bringen in letzter Zeit oft die Problematik des langen Sitzens, zum Teil sogar als Cover-Thema. Leistung und Motivation sind nur dann dauerhaft  möglich, wenn wir auch gut mit uns selbst umgehen.

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3) Sollten wir die Arbeitspausen zu festen Zeiten einlegen oder spontan nach Gemütslage entscheiden?

Es hat beides Vor- und Nachteile und ist bei uns Erwachsenen Geschmackssache. In der Schule sind Pausen noch fix festgelegt, das ist auch gut so. Im Berufsleben würde ich eher danach gehen, wann die Pause mal kurz reinpasst, also spontan. Manche von uns können ja auch einige Stunden durcharbeiten und haben Freude daran, die muss man ja nicht stoppen. Wenn jemand im Flow ist, umso besser und in meinem Buch über Leistung und Motivation spreche ich ja auch oft über den Begriff „Leistungsglück“. Bestleistung geben wir entweder freiwillig oder gar nicht. So ist es auch mit Pausen, wir spüren ja selbst, was uns gut tut. Dem sollten wir nachgehen.

4) Viele Mitarbeiter haben Sorge, dass eine Arbeitsunterbrechung beim Chef oder bei den Mitarbeitern falsch ankommt. Ist diese Sorge begründet?

Gute Führungskräfte wissen um die Wichtigkeit und Bedeutung von Pausen. Ich schicke meine Mitarbeiterin manchmal raus in die Sonne, weil sie sonst auch keine Pause macht. 5-10 Minuten genügen dafür ja dann auch. Und wenn die sonstige Leistung stimmt, wird normalerweise kein Chef was gegen Pausen haben, weil wir wissen, dass die dazugehören. Was ich bedenklich finde ist eine gewisse Erwartungshaltung vor allem in Konzernen was Überstunden angeht. Da gilt manchmal die unausgesprochene Regel: Wer zuerst heimgeht, verliert. Wie sollen solche Systeme zu unserem restlichen Leben passen? Viele von uns haben auch noch Familie und wollen und müssen sich dort auch noch einbringen. Wenn das nicht mehr möglich ist, läuft gehörig was schief. Um es klar zu sagen: Ich bin für Leistung, ja sogar Höchstleistung, die uns Freude macht, weil wir dabei unsere Talente nutzen. Aber das kann nicht langfristig auf Kosten unserer Gesundheit oder unserer Familien gehen.

5) Ist es vielleicht auch manchmal wichtig, sich einfach zu bewegen?

Führende Zeitschriften bringen das immer öfter als Cover-Thema, den Mangel an Bewegung. Wir brauchen das alle dringend. Und zusätzlich ist es auch entscheidend, dass wir regelmäßig unsere Batterien aufladen, sonst werden wir sehr schnell krank. oder landen im Burnout. Und haben dann interessanterweise 6 Wochen oder länger Zeit, um in der Rehaklinik wieder die Schönheit der Stille neu zu entdecken… und uns durch den Wald oder über die Wiese zu bewegen. Das muss so nicht sein, da sollten wir früher einschreiten. Leistung und Glück sind kein Widerspruch genausowenig wie Leistung und Pausen. Oder Büro und Bewegung. Man muss es ja nicht übertreiben, in keinem der genannten Aspekte.

Wir sollten nur mehr von dem leben, was wir alle schon wissen. Das ist auch die Aufgabe von uns Trainern, Autoren und Vortrags-Rednern: Die Menschen immer wieder daran zu erinnern und anzufeuern, bis wir es endlich tun.

6) Haben Sie noch ein abschließendes Beispiel, wo auch eine längere Pause vom Job für denjenigen ein Segen war?

Robbie Williams hat das mal ausprobiert: Als er nicht mehr arbeiten musste hat er mal drei Jahre gar nichts gemacht, ist faul herumgelegen, hat ferngesehen. Es war ihm allerdings so langweilig, dass er es nicht mehr aushielt und wieder mit der Arbeit begann. Es macht ihm heute wieder Freude, er gibt wieder Gas, ist aber auch ein Familienmensch. Und ein sehr erfolgreicher Musiker noch dazu. Das könnte vielleicht auch für uns ein Vorbild sein: Mit voller Leidenschaft dem Beruf nachzugehen und gleichzeitig zu wissen, dass es vieles mehr gibt im Leben, das ebenso zählt und wichtig ist, dazu gehören wir selber, unser Glaube, unsere Familien und Freunde. Am Sterbebett hätte rückblickend keiner lieber mehr Zeit im Büro verbracht.

Unter diesem Link können Sie sich das Interview noch einmal anhören:

---> https://soundcloud.com/radioexperten/warum-uns-pausen-im-arbeitsalltag-nach-vorne-bringen

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